Über wohl kein Spiel wurde in den letzten Monaten soviel
diskutiert und spekuliert, als über StarCraft II. An diesem Wochenende findet
das Blizzard World Wide Invitational statt und wird, nach
Karunes Aussage,
einigen weiteren Diskussions- und Spekulationsstoff bieten.
Um euch nochmal einen genauen Überblick zu
verschaffen, veröffentlichen wir im Verlaufe des WWI weitere Artikel,
Statements und Interviews zum Spiel, sowie bieten euch eine kleine Review über
das bisher Geschehene. Dieser Artikel wird sich vornehmlich mit den Themen „Was
hat sich verändert?“, „Das Announcement der Zerg“ und den Spekulationen zur
Veröffentlichung befassen.
Was hat sich verändert?Neben den altbekannten Dingen des StarCraft Universums hat
sich natürlich mit der Entwicklung von StarCraft II einiges verändert,
vielleicht zum Nachteil, aber vor Allem hoffen wir Spieler natürlich auf
Neuerungen, welche uns das Spiel einfacher gestalten werden.
Allem voran fällt natürlich die Grafik auf. Viele
Lichteffekte, Schatten und 3D Animationen gestalten die Umgebung von StarCraft
II um einiges attraktiver für das spielerische Auge. Viel Wert wurde dabei auf
die Details der Umgebung

gelegt, welche dem Spieler auf jeder Map eine
Augenweide bieten. Problem, welches einige Spieler bemängelten, war die
Unübersichtlichkeit durch zu viele Effekte im Gegensatz zum alten StarCraft,
welches Übersicht pur bot. Befürchtet wurde, dass das Micromanagement darunter
leide, da einzelne Einheiten schwer zu finden seien. Neben der Umgebung wurden
auch kleine Details an den schon bekannten Einheiten, wie dem Marine und dem
Zealot, verändert.
So trägt der Marine
einen Schild, sowie eine Art Laserklinge an seiner Waffe und der Zealot ist nun
in der Lage sich per Sturmangriff auf den nächstgelegenen Gegner zu stürzen und
ihn mit seinen PSI Blades zunichte machen. Im Großen und Ganzen bleiben die
Einheiten und Gebäude grafisch allerdings sehr ähnlich zu ihrem Vorgänger,
welches den Einstieg voraussichtlich ein wenig erleichtern wird. Wenn wir
gerade schon über die Einheiten und Gebäude reden, so ist natürlich
festzustellen, dass es auch Neulinge unter jenen gibt. Da wäre bei den
Terranern zum einen der mächtige Thor zu nennen, ein riesiger Mech der die
gegnerischen Einheiten schon durch seine gewaltige Größe beeindruckt. Bei den
Protoss fallen gleich zwei der neuen Einheiten sofort auf, zum Einen der
gigantische Colossus, welcher ohne große Probleme Höhenunterschiede überwindet,
sowie das Mutterschiff, der Prachteinheit der Protoss. Wer fehlt? Richtig, die
Zerg! Da diese jedoch einen eigenen Punkt in diesem Artikel haben, bleiben wir
mit jenen noch ein wenig aussen vor. Auch hier gibt es einige Kritikpunkte, wie
zum Beispiel der Vorwurf, dass Einheiten in StarCraft II aussähen wie Ninjas (vgl.
Zealot), oder WarCraft III Units (vgl. Marines und Stalker). Auch an den neuen
Einheiten bleibt nicht immer ein gutes Blatt, denn der Colossus der Protoss
tauchte schon in ähnlicher Form in dem vor 109 Jahren geschriebenen Buch „War oft
the worlds“ von H. G. Wells auf. Ausserdem gelängen die Laserstrahlen der
Einheit in den Weg der anderen Units und verwirren so den Spieler, nach einem
Teil der Community wäre eine fliegende, nicht zu große Einheit sinnvoller
gewesen. Auch der Thor stößt nicht überall auf Begeisterung, denn die Terraner
haben durch ihren Siege Tank bereits eine starke Einheit, welche deutlich
schneller und schlanker ist, als der Thor. Doch weg von den Kritikpunkten der
Einheiten, zurück zu den positiven Punkten. So stößt der Phönix, als einwandfreien
Ersatz für den Scout, in das Arsenal der Protoss. Auch der Reaper der Terraner
ersetzt den Firebat exzellent, so dass man diesen nicht unbedingt vermisst.
Betrachtet man StarCraft II also rein grafisch, so ist das
Design einiger Einheiten und Gebäude zu verspielt, es fehlt die düstere Seite,
welche den Spieler fesselt. Ein letzter Unterschied und Kritikpunkt in einigen
Teilen der Community ist die starke Automatisierung im Spiel. Sie ist gut, wenn
sie ein Spiel bereichert, allerdings gehe dadurch der Trainingseffekt in einer
kompetativen Szene vollkommen unter und es zahle sich nicht mehr aus.
Neues Design, neue Einheiten, was gibt es noch
erwähnenswertes zu nennen? Richtig, die Möglichkeit Höhenunterschiede zu
überwinden! Dadurch können die in StarCraft noch taktisch wichtigen Chokes des
Gegners leicht ausgekontert werden, da Einheiten wie die Reaper, oder der
Colossus in der Lage sind, an anderen Stellen in die Base des Gegners
einzudringen. Diese Neuerung wird einigen neuen taktischen Stoff bieten und
schon verloren geglaubte Spiele unter Umständen noch herumdrehen.
Zusammenfassen lässt sich also sagen, dass StarCraft II sich
von seinem Vorgänger fast nur rein grafisch unterscheidet und lediglich neue
Einheiten ins Spiel bringt. Allerdings bieten jene neue taktische Möglichkeiten,
man fühlt sich direkt wohl wenn man bekanntes Terrain betritt und schlussendlich
darf man gespannt sein, was bis zum Release noch hinzukommen wird.
Das Announcement der ZergDie Zerg, die Rasse im Spiel, um die es den meissten Hype
gab. Blizzard ließ sich viel Zeit und veröffentlichten erst vor wenigen Monaten
genaue Details. Grund für die Verzögerung war die Ausbalancierung, da die Zerg
die komplexeste Rasse in StarCraft II ist. Generell ist zu sagen, dass die Zerg
geblieben sind wie sie es schon immer waren, schleimig, brutal, gewissenlos und
einfach nur stylisch. Auch hier gibt es natürlich einige Neuerungen. Beginnen
wir mit den Einheiten. Zerglinge haben nun die Möglichkeit sich zu Banelingen
zu morphen, einer Suizideinheit, welche dem Gegner mit Säure angreift.
Ebenfalls neu ist der Nydus Wurm, welcher es dem Zergspieler erlaubt, seine
Einheiten entweder durch einen Moph zum Nydus Canal von einem Ort zum Anderen zu
schicken, oder kleinere Einheiten zu transportieren. Als neue Anti Air Einheit
rückt der Corruptor in das Arsenal der Zerg. Dieser korrumpiert gegnerische
Einheiten, so dass sie sich nicht mehr bewegen kann und zudem noch verbündete
Einheiten angreift.
Falls StarCraft
Veteranen den Defiler suchen, so werden sie nicht fündig, stattdessen findet
man den Infester. Dieser kann nicht angreifen, kann sich jedoch unterirdisch
bewegen und so gegnerische Gruppierungen umgehen. Sein Dark Swarm schützt
verbündete Einheiten vor Fernangriffen und er versucht sowohl Einheiten, als
auch gegnerische Gebäude, aus denen Infested Marines die feindlichen Linien
attackieren.
Banelinge Corruptor Infestor QueenVon den Helden der Lüften nun zu einer neuen Bodeneinheit: Dem
Roach. Diese Einheit ist sehr schnell und hat eine hohe Hitpoint Regeneration,
wodurch er in Massen nur durch Fokus Fire zu kontern sein wird. Das Highlight
der Zerg ist jedoch die Queen. Sie kann den Creep der Zerg erweitern, aber ihn
auch vergiften, so dass gegnerische Einheiten Schaden nehmen. Ihre Fähigkeit „Deep
Tunnel“ erlaubt es ihr, sich zu jedem Zerggebäude zu teleportieren. Dies macht
sie schon zu einer idealen Baseverteidigungseinheit, jedoch ist dies noch nicht
genug. So ist die Queen in der Lage Eier um das Haupthaus der Zerg zu legen,
welche jenes beschützen. Auch kann sie Zerggebäude so modifizieren, dass sie
auf gegnerische Einheiten schiessen und zu guter letzt ist sie ebenfalls in der
Lage die beiden Verteidigungsgebäude „Shriekers“, welches unsichtbare Einheiten
aufdeckt, und „Sunken Cluster“, welches sowohl Luft- als auch Bodeneinheiten
angreift, zu errichten. Neben diesen Neulingen gibt es allerdings auch eine
gravierende Änderung bei dem Overlord. Dieser ist nun nicht mehr in der Lage
Einheiten zu transportieren, oder unsichtbare Einheiten aufdecken. Dafür kann
er nun nach einem Upgrade Creep erscheinen lassen, sowie Mineralienblöcke
versuchen, so dass sie unbrauchbar werden. Benötigt man Anti-Invisible, so kann
der Overlord nun zum Overseer ausgebaut werden, welcher unsichtbare Einheiten
sieht, jedoch sämtliche anderen Eigenschaften des Overlords verliert. Auch der
Lurker wurde etwas beschnitten, denn war er im alten StarCraft unsichtbar
nachdem er sich eingegraben hatte, fällt dies nun weg und er ist voll sichtbar.
Die Zerg, wohl das Glanzstück im gesamten Game sind nach wie
vor die Rasse mit dem Massenvorteil. Sie bleiben ihren Style aus StarCraft treu
und werden wohl auch in Zukunft die Planeten unsicher machen, auf der Suche
nach Nistplätzen bis hin zur völligen Herrschaft im Universum.
Spekulationen zur VeröffentlichungWann kommt es? Noch dieses Jahr? Total ausgereift und nicht
nur eine Beta? Die wahrscheinlich meistgestellten Fragen in Interviews mit
Blizzardmitarbeitern. Samwise Didier kommentiert es ähnlich wie VALVE mit einem
„when it’s done‘‘ und überlässt den Fans
die Spekulation. Doch seit dem 23.06.2008 scheint es sich so langsam
herauszukristallisieren. StarCraft II steht bei diversen US-Onlineshops wie
beispielsweise GameStop, EBGames, Circuit City und Best Buy, für den 3.
Dezember diesen Jahres auf dem Vorbestellkalender. Damit hofft die Community
natürlich auf eine baldige Betaphase. Blizzard scheint damit endlich mal einen
ihrer geplanten Termine einzuhalten, jedoch kennt man es ja von ihnen, dass sie
diesen Termin relativ kurzfristig canceln können. Spekulationen um das
wirkliche Releasedate sind also noch nicht vom Tisch und wir dürfen gespannt
sein, ob wir uns über einen neuen SCV unter dem Weihnachtsbaum freuen dürfen.