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Activision Blizzard - Fluch oder Segen?
04.12.2007, 11:39


Vor einigen Tagen schlug die Nachricht ein wie eine kleine Bombe. Vivendi schiebt seine Gamesparte, inklusive bekannte Namen wie Blizzard oder Sierra, zu Activision rüber. In der Presse und auf vielen Seiten wurde es aber oft falsch kommuniziert und teilweise las man sogar „Blizzard kauft Activision“, das ist natürlich Falsch. Der ganze Vorgang ist ein wenig Komplexer.



Vivendi probiert seit Jahren (Lange vor World of Warcraft, als Vivendi noch kurz vor der Pleite standen) ihre Gamesparte los zu werden. Als potentielle Käufer kamen damals Electronic Arts und Microsoft in Frage, die sich interessiert zeigten an den Entwicklerteams von Vivendi. Leider gab es jedoch zwei Bedingungen seitens Vivendi, welche einen Verkauf unmöglich machten. Auf der einen Seite wollten sie nur die gesamte Sparte im Paket verkaufen und zweitens verlangten sie eine viel zu hohe Summe. Daher fand sich am Ende kein Käufer mehr. Dank World of Warcraft hat Blizzard dann jedoch das gesamte Unternehmen wieder sanieren können und führte Vivendi sogar in ein leichtes Plus.

So wie sieht der Deal nun genau aus? Als erstes wird das gesamte Vivendi Games (Inklusive Blizzard) eine hundertprozentige Tochter von Activision. Das heißt sie sind gleichgestellt mit den anderen Activision Entwicklern wie zum Beispiel Infinity Ward (Call of Duty) und Neversoft (Tony Hawk's Pro Skater, Guitar Hero). Aufgrund der Bekanntheit von Blizzard wird das Unternehmen im gleichen Zuge umgetauft in „Activision Blizzard“. Trotzdem wird Blizzard selbst weiterhin unter dem Lable „Blizzard Entertainment inc.“ agieren. Kompliziert oder?

Dafür das Vivendi Activision nun die Gamesparte „verkauft“ hat, bekommen sie im gleichen Wert Aktienanteile an Activision. Um die Verwirrung komplett zu machen ist aber nicht nur Vivendi Games mit Activision fusioniert, sondern das französische Mutterunternehmen Vivendi sicherte sich auch die Rechte weitere 1,7 Milliarden Dollar in Aktien erwerben zu können. Sollte das Kartellamt diesem zustimmen, besitzt am Ende dieses Deals das französische Unternehmen Vivendi 52% vom neuem Unternehmen „Activision Blizzard“. Neben dem Kartellamt müssen aber auch noch die Activision-Aktionäre zustimmen.

Durch diesen Deal entsteht dann der größte Publisher auf dem Markt, noch vor Electronic Arts. Viele jubeln schon in den Foren, wie toll es doch ist und endlich muss man nicht mehr unter der Vormachtsstellung von EA leiden. Diese Leute vergessen leider etwas ganz gewaltiges. Electronic Arts hat eine prall gefüllte Kriegskasse und schleicht schon seit einiger Zeit um Ubisoft (Vor dem Activision/Blizzard Deal der zweitgrößte Publisher nach EA) herum. Nach dem nun ein französisches Unternehmen ein amerikanisches übernommen hat, wird es vermutlich nicht mehr lange dauern bis die Amerikaner (EA) sich nun an einen Franzosen (Ubisoft) satt frisst.


Somit kann man davon ausgegangen werden, dass unter den Kanadiern ein noch größeres Unternehmen entstehen wird, als das neue Activision Blizzard. Und dann hat der Spieler (Und auch die kleinen Entwickler) nicht mehr die Auswahl aus vier großen Publishern, sondern nur noch aus zweien. Und dies wird auf langer sicht zu Qualitätsverlusten und Preissteigerungen führen. Auch wird man abwarten müssen wie die Microsoft Game Studios auf diesen Deal reagieren.

Eigenständige Entwickler wie zum Beispiel Flagship Studios (Hellgate: London) oder Bethesda (The Elder Scrolls IV: Oblivion) werden immer seltener. Die meisten Entwickler sind mittlerweile aufgrund der Kaufwut der großen Hersteller geschluckt worden. Aktuelle Beispiele sind Irrational Games (Bioshock) welche von Take2 gekauft wurden, Bioware(Mass Effect), Mythic (Warhammer Online) und Pandemic (Mercenaries) gingen an Electronic Arts oder auch das etwas ältere Beispiel: Die Lionhead Studios (Fable), die mittlerweile zu Microsoft gehören.

Auf der einen Seite sorgt das Arbeiten unter einem großen Unternehmen für finanzielle Sicherheit, anderseits wird ein weiterer Druck aufgebaut. Bei Electronic Arts ist es zum Beispiel keine Seltenheit, dass für ein Spiel lediglich 9 Monate Entwicklungszeit gebraucht wird (Das sehr gute James Bond: Nightfire zum Beispiel). Und da wird es als Entwickler immer schwerer zu erklären, dass man für sein Spiel einfach mal 3 oder 4 Jahre braucht. Natürlich wird durch das Know-How bei den großen Publishern einiges an Zeit gespart, so unterhält Electronic Arts zum Beispiel Teams welche sich auf Physikengines spezialisiert haben und den anderen Entwicklern beratend zur Seite steht. Und auch bei Nintendo profitieren die Entwicklerteams durch die enge Zusammenarbeit mit den Hardwareentwicklern im Haus.

Overall erwarte ich aber durch den Activision Blizzard Deal für den Spieler auf langer sicht mehr Nach- als Vorteile. Denn der Publisher Markt schrumpft immer weiter und die Vormachtstellung von Electronic Arts und Co. Wächst immer weiter an und kleine Entwickler sind mittlerweile die Ausnahme geworden. Von daher sollte man den Sekt lieber noch mal kalt stellen und abwarten was die Zukunft so bringt.

Kommentare
#1 - Phonix schrieb am 05.12.2007, 20:50:
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gut geschrieben, voll kompliziert die ganze sache, hoffe aber das es nicht ganz so schlimm wird D:
#2 - GelberSack[KKC] schrieb am 06.12.2007, 09:49:
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ich denk ma die größe von wow is ein viel größeres problem für die branche....und vielleicht wäre hellgate ja, wenn flagship zu nehm großen gehören würde, nich so premature released worden.......wegen der finanziellen sicherheit und so.....
#3 - Ara schrieb am 06.12.2007, 11:04:
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Die hatten schon genug Geld... Das war ganz alleine ihre Entscheidung das Spiel in dem Status zu releasen... Ich hoffe sie lernen draus
#4 - plis schrieb am 06.12.2007, 14:48:
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Dir ist aber schon bewusst, dass EA Publisher von Hellgate ist? Ich denke eher das aufgrund des Drucks von EA das Spiel zu früh released wurde. Gutes Beispiel, was zeigt das es nicht von den Leuten abhängt wer ein Spiel macht, sondern von dem Finanziellen Hintergrund und wieviel Zeit zur verfügung steht.
#5 - GED schrieb am 06.12.2007, 14:59:
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Sollte das Kartellamt diesem zustimmen, besitzt am Ende dieses Deals das französische Unternehmen Vivendi 52% vom neuem Unternehmen "Activision Blizzard".

wär schon geil :D
#6 - Ursadon schrieb am 06.12.2007, 15:30:
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netter Artikel. Es muss sich jetzt halt errausstellen, welcher Kurs eingeschlagen wird und wie lange die Entwicklerteams letztendlich in ein Spiel stecken dürfen. Ich hoffe nicht das ein Extremfall eintritt und ein Warcraft 4 wenn es irgendwann mal kommen soll nur eine Entwicklungszeit von 9 Monaten bekommt.

Gut Ding will schließlich Weile haben.
#7 - Varmendrion schrieb am 06.12.2007, 17:18:
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Leider einige Rechtschreibfehler, die stellenweise den Sinn des Geschriebenen verändern, ansonsten aber ok. mMn eher eine Zusammenfassung, denn mit deinem Fazit stimme ich nicht überein:

Solange es Blizzard gibt, wird es gute Spiele geben. Sie lassen sich immer lange Zeit und werden danach Marktführer: Das wird sich sicherlich durchsetzen.
#8 - Sagan schrieb am 07.12.2007, 12:44:
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Ich find den Artikel net gut. Zunächst mal schreibt Ara ja so, als würde Vivendi versuchen Blizzard loszuwerden. Dabei ist ja das Gegenteil der Fall: Vivendi expandiert. (Schließlich wird das Ding ja zu 52% Vivendi gehören) Das ist ja grad der Witz an der Sache: Vor kurzem wollte Vivendi ihre Spiele-Sparte noch loswerden, jetzt stecken sie da wieder jede Menge Geld rein.

Auch hat das Ganze überhaupt nix mit eigenständigen Entwicklern zu tun. Schließlich wurde kein eigenständiger Entwickler aufgekauft, sondern zwei Publisher fusionieren.

Und die Begründung, warum das mehr Nach- als Vorteile bringt halte ich auch für Schlecht. Ich finde es gut, dass EA mal vernünftige Konkurrenz kriegt.

Und der Publisher-Markt schrumpft überhaupt nicht. Erstens gibt es immer mal wieder neue Publisher (wie z.B. Gamecock, (Fury, Dementium) oder MTV Games (Rock Band)) und zweitens sind jetzt dank downloadbaren Spielen die Chancen für kleine Entwickler so gross wie lange nicht mehr.

Alles in Allem finde ich ist das ein nicht gut recherchierter Artikel.
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