Dennis 'HasuObs' Schneider ist eine feste Größe in der Deutschen eSport-Szene. Der amtierende Deutsche Meister der EPS zählt als einer der besten Undead-Spieler Deutschlands und stellte sein Können zuletzt vor allem in der EPS unter Beweis. Der amtierende deutsche Meister konnte sich auch im deutschen ESWC Qualifier durchsetzen, musste auf dem Mainevent jedoch vor der Konkurrenz die Waffen strecken.
MyStarcraft.de: In Europa haben die Spieler ja relativ schnell von Starcraft rüber auf
Warcraft 3 gewechselt, meinst du der Wechsel von Warcraft 3 zurück auf
Starcraft II wird genauso schnell ablaufen?
HasuObs: Die Frage kann man jetzt noch nicht beantworten. Die eSportler werden
nur dann wechseln, wenn es genug ansprechende Turniere für Starcraft II
geben wird. Selbst wenn das der Fall ist denke ich nicht, dass die
Warcraft III Community viele Anhänger verliert. Sicherlich werden
einige wechseln, aber da die beiden Spiele in unterschiedlichen
Universen angesiedelt sind, werden auch beide Titel in der Zukunft
gespielt werden. Das würde sich nur ändern, wenn mit einem Schlag alle
Warcraft III Turniere wegbrechen. Ich denke eher, dass Warcraft III, wenn
überhaupt, langsam „stirbt“.
MyStarcraft.de: Starcraft Spieler behaupten gerne, dass ihr Spiel um einiges mehr
„Skill“ benötigt, wie schwer wird es deiner Meinung nach ein Warcraft 3
Spieler haben, sich in Starcraft 2 zurecht zu finden?
HasuObs: Ob Starcraft mehr Skill benötigt, kann wohl nur jemand beantworten, der
beides auf sehr hohem Level gespielt hat. Wenn sich Starcraft II sehr
nah am Vorgänger orientiert, werden sich die Warcraft III Spieler zu
Anfang schwer tun, die Massen von Einheiten zu kontrollieren und
komplett auf Helden zu verzichten und die Starcraft Spieler werden sich
über ihr gewohntes Spielprinzip freuen. Aber auch hier passt das
Sprichwort „Übung macht den Meister“. Immerhin starten beide Partein
mit einem neuem Spiel und beide haben die Möglichkeit durch hartes
Training viel zu erreichen.
MyStarcraft.de: Eine der größten Innovationen von Starcraft zu Warcraft 3 war damals
das Einführen von Helden. Du hast es gerade bereits angesprochen: Starcraft II wird nun wieder ohne Helden
erscheinen. Was hältst du von dieser Entscheidung?
HasuObs: Da mir beide Spiele sehr gut gefallen, kann ich die Entscheidung
nachvollziehen. Blizzard wollte sich wohl möglichst nah am Vorgänger
orientieren und hat deshalb auf die Helden verzichtet. Aber das ist für
mich ein Grund, weshalb Warcraft III erst mal weiter existieren wird.
Meiner Meinung nach spielen sich Starcraft und Warcraft völlig
unterschiedlich und sprechen unterschiedliche Gruppen von Spielern an.
MyStarcraft.de: Und Deine ganz persönliche Meinung? Go-Hero oder No-Hero?
HasuObs: Ich denke ich habe mich schon sehr an die Helden in Warcraft
gewöhnt, es wird mir schwer fallen in Starcraft wieder komplett ohne
Helden auszukommen. Aber speziell das balancing des Spiel sollte für
Blizzard einfacher werden wenn die Helden wegfallen. Starcraft konnte
schon früher mit Einheiten überzeugen und das wird jetzt wieder so
sein, da vertraue ich Blind auf Blizzard.
MyStarcraft.de: Wie wichtig ist das Setting hinter einem Spiel für den eSport-Betrieb?
Das Sci-Fi-Setting wurde oft als Grund angeführt für den bleibenden
Starcraft-Erfolg in Süd Korea. Sind wir Europäer da weniger wählerisch
bei der Frage, ob Starcraft II oder Warcraft IV auf der Packung steht?
HasuObs:Ich bin kein Marktforscher (lacht). Ich weiß nur, dass Blizzard Spiele bis jetzt immer einen riesen Absatz
gefunden haben - egal ob Diablo, Starcraft oder Warcraft. Das wird daran
liegen, dass die Spiele immer Top supported werden und unwahrscheinlich
viel Spaß machen, speziell im Multiplayer.
MyStarcraft.de: Starcraft II wird das erste vollwertige RTS-Spiel von Blizzard, welches
ohne zutun von Bill Roper oder Rob Pardo entsteht. Wir groß ist das
Vertrauen in den Starcraft II Director Dustin Browder, der in der
Battle.net-Szene einen eher zweifelhaften Ruf durch seine Spiele
(Command and Conquer/Battle for Middleearth) erlangt hat.
HasuObs: Ich habe C&C gespielt und muss sagen, dass es für den eSport
überhaupt nicht empfehlenswert ist. Aber auf der GC habe ich Starcraft
II schon angespielt und war verzückt. Deshalb vertraue ich dem neuen
Director, dass er ein weiteres Top-Spiel kreiert, wie es Blizzard immer
getan hat!
Ich freue mich zumindest schon sehr auf die Veröffentlichung von
Starcraft II, speziell auf den Singleplayer und die Story, die dort
weitergeführt wird. Wenn bei der Entwicklung nicht irgendwas völlig
schief geht, wird Starcraft II der nächste wahre Toptitel im RTS
Bereich.
MyStarcraft.de: Wir dachten eSportler würden sofort vom ersten Tag das Battle.net
unsicher machen und die Ladder erklimmen, wirst du wirklich erst in
Ruhe die Singleplayer-Kampagne auskosten?
HasuObs: Das Battle.net werde ich sicherlich auch unsicher machen, aber ich
war schon früher ein großer Fan des Singleplayers bzw. der story in
Starcraft. Ich warte schon so lang auf die Weiterführung der story das
ich zu Anfang in Ruhe den Singleplayer durchspielen werde. Auf der GC
konnte man schon eine Einsatzbesprechung sehen, mit alten Charakteren
und das hat meine Gier auf die Kampagne noch verstärkt!
MyStarcraft.de
:
In den offiziellen Blizzardforen kam die Forderung auf die
Replayinformationen auszubauen und dem Spieler so Einblicke zu weiteren
Statistiken zu geben. Als Beispiele wurden die bereits bekannten APM
Diagramme genauso genannt wie Diagramme und und Auswertungen über
Armeegrößen, das Techverhalten eines Spielers und der
Resourcenverwendung. Was hälst Du als Profispieler von solchen
Features? Würdest Du derartige Daten nutzen um Dein persönliches Spiel
zu verbessern oder arbeitest Du eher nach dem Trial and Error Prinzip?
HasuObs:
Das sind alles schöne Verbesserungen für den Replaymodus, helfen
aber nur bedingt. Wenn die Spielpraxis fehlt bringt es relativ wenig zu
wissen wann genau man techen muss usw.
Das Spiel wird dadurch benutzerfreundlicher und das ist immer ein positiver Aspekt.
Am hilfreichsten werden diese Funktionen wohl im Mirror-Matchup, weil
man da noch am besten vergleichen kann wo der Gegner die Nase vorn
hatte und was man selbst noch anders machen muss.